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Bouldern loggen: Wie du Versuche, Tops und Grade festhältst und deinen Fortschritt siehst

Wenn du beim Bouldern Fortschritt sehen willst, schreib pro Boulder drei Dinge auf: welcher Grad, wie viele Versuche und ob du oben warst. Mehr braucht es am Anfang nicht. Daraus ergeben sich fast alle Zahlen, die dir später etwas sagen: wie viele Tops pro Woche, wie oft du im ersten Versuch durchkommst und wo deine Grenze gerade liegt.

Das Problem ist nicht das Wissen, sondern die Disziplin. Mit Chalk an den Fingern und Puls bei 150 schreibt niemand gern lange Notizen. Deshalb geht es in diesem Artikel auch darum, wie du so wenig wie möglich tippen musst.

Warum lohnt es sich, Boulder-Sessions zu loggen?

Weil das Gefühl täuscht. Nach einer Session, in der du an einem Boulder zwanzigmal gescheitert bist, fühlt sich alles nach Stillstand an. Wenn du dann im Logbuch siehst, dass du im letzten Monat zum ersten Mal drei Boulder in einer neuen Farbe getoppt hast, sieht das ganz anders aus.

Ein Logbuch beantwortet Fragen, die dein Gedächtnis nicht zuverlässig beantwortet:

  • Werde ich besser? Mehr Tops in schwereren Graden über Wochen.
  • Klettere ich genug? Volumen pro Woche, also wie viele Boulder du überhaupt machst.
  • Klettere ich sauber? Wie viele Boulder du im ersten Versuch schaffst.
  • Bleibe ich dran? Welche Projekte offen sind und wie lange schon.

Was solltest du pro Boulder notieren?

Pro Boulder reichen der Grad, die Anzahl der Versuche und das Ergebnis. Alles andere ist ein Bonus. Wenn du das sauber notierst, kannst du Flash, Top und Projekt später daraus ableiten.

So sieht das in der Praxis aus:

  1. Grad festhalten. In den meisten Hallen ist das eine Farbe, ein Tape am Start oder eine Zahl. Notier das, was an der Wand steht.
  2. Jeden Versuch zählen. Jeder Start, bei dem du dich vom Boden löst, ist ein Versuch.
  3. Das Top markieren. Oben mit beiden Händen am letzten Griff, kontrolliert.
  4. Offene Boulder als Projekt kennzeichnen. Wenn du zurückkommen willst, merk ihn dir.

Optional, wenn du Lust hast: Stil (Platte, Überhang, Dach), was nicht geklappt hat, wie du dich gefühlt hast.

Versuch, Top, Flash und Projekt: Was ist was?

Diese vier Begriffe solltest du in deinem Logbuch sauber trennen. Sie sind die Grundlage für jede Auswertung.

Begriff Bedeutung Was es dir sagt
Versuch Jeder Start an einem Boulder Wie viel du investierst
Top Boulder geschafft Was du kannst
Flash Top im ersten Versuch Wie sauber du liest und kletterst
Projekt Boulder, an dem du über mehrere Sessions arbeitest Wo deine Grenze liegt

Ein Flash ist im eigenen Logbuch einfach ein Top ohne vorherigen Versuch an diesem Boulder. Wenn du jeden Versuch zählst, musst du den Flash nicht extra eintragen. Er ergibt sich von selbst.

Was ist eine Grad-Pyramide?

Eine Grad-Pyramide zeigt, wie viele Boulder du in jedem Grad getoppt hast. Unten stehen die leichteren Grade mit vielen Tops, oben die schweren mit wenigen. Die Form verrät, ob dein Fundament trägt.

Ein paar typische Formen und was sie bedeuten:

  • Breite Basis, schmale Spitze: Klassisch. Du hast viele Tops in den leichteren Graden und arbeitest dich nach oben.
  • Turm: Wenige Tops pro Grad, aber schon weit oben. Du springst schnell zum nächsten Grad. Oft lohnt es sich, im mittleren Bereich mehr Volumen zu sammeln.
  • Flache Scheibe: Viele Tops in ein, zwei Graden, darüber fast nichts. Zeit, öfter etwas Schwereres zu probieren.

Eine Pyramide ist kein Ziel, das du "erfüllen" musst. Sie ist ein Bild davon, wo du gerade kletterst.

Warum Hallenfarben das Vergleichen schwer machen

Jede Halle schraubt anders. In der einen ist Blau leicht, in der anderen mittel. Manche Hallen arbeiten mit Griffen in einer Farbe pro Schwierigkeit, andere mit bunten Griffen und einem Tape am Start, wieder andere mit Zahlen.

Für dein Logbuch heißt das:

  • Log jede Halle in ihrem eigenen System. Übersetz nicht im Kopf, das verfälscht nur.
  • Vergleich Hallen nur über eine gemeinsame Skala. Viele Hallen geben zu ihren Farben einen ungefähren Fb-Grad an. Die Fontainebleau-Skala ist in Europa verbreitet (Übersicht der Boulder-Skalen). Wenn deine Halle keine angibt, lass den Vergleich lieber weg.
  • Rechne mit Umschrauben. Wenn die Halle neu schraubt, verschwinden alte Boulder. Deine alten Tops sollten trotzdem im Logbuch bleiben.

Was eine Uhr beim Bouldern messen kann und was nicht

Eine Smartwatch hilft beim Loggen, aber sie ersetzt das Mitdenken nicht. Sie misst Zeit und Puls gut. Ob du oben warst und welcher Boulder das war, weiß sie nicht von selbst.

Messung Smartwatch Was du selbst eintragen musst
Session-Dauer Ja Nichts
Herzfrequenz Ja, am Handgelenk Nichts
Welcher Boulder Nein Farbe, Tape oder Zahl
Grad Nur wenn du ihn eingibst Den Grad
Top oder Versuch Nur wenn du ihn eingibst Das Ergebnis
Flash Nicht als eigene Kategorie Ergibt sich aus Versuchen
Projekte über mehrere Sessions Nein Im Logbuch

Ein paar Details zu den großen Plattformen:

  • Garmin hat auf vielen aktuellen Modellen ein eigenes Profil "Bouldering". Laut Handbuch der fēnix 8 wählst du ein Bewertungssystem und pro Route einen Grad und speicherst sie danach als "Completed" oder "Attempted". Die Farben deiner Halle kennt die Uhr nicht.
  • Apple Watch hat in der Trainings-App den Typ Klettern. Apple beschreibt keine kletterspezifischen Werte dafür. Grade und Versuche speichert die Trainings-App nicht.

Fazit: Die Uhr ist gut für Zeit, Puls und, bei Garmin, eine einfache Liste aus Grad und Ergebnis. Für Hallenfarben, Flash-Quote und Projekte brauchst du ein Logbuch.

Welche Zahlen zeigen echten Fortschritt?

Konzentrier dich auf wenige Zahlen, die du über Wochen vergleichst. Einzelne Sessions schwanken zu stark.

  • Tops pro Woche (Volumen). Steigt das, kletterst du mehr. Gut für die Basis.
  • Flash-Quote. Anteil deiner Tops, die im ersten Versuch gingen. Steigt sie in einem Grad, ist der Grad für dich "angekommen".
  • Pyramide pro Halle. Zeigt, ob in einem schwereren Grad langsam mehr Tops dazukommen.
  • Versuche bis zum Top bei Projekten. Wenn du für ähnliche Projekte weniger Versuche brauchst, wirst du besser.

Pausen zwischen den Versuchen kann man auch loggen, zum Beispiel mit dem Pausentimer, den Garmin beim Indoor-Klettern automatisch startet. Für die meisten Freizeit-Boulderer sind Volumen, Flash-Quote und Pyramide aber aussagekräftiger.

So loggst du mit Cruxbook

Wir bauen Cruxbook genau für diesen Ablauf. Es ist ein Logbuch fürs Bouldern, das heute im Browser und auf dem Handy läuft.

  1. Halle anlegen. Name eintragen, Farben von leicht nach schwer antippen, fertig. Cruxbook kennt drei Systeme: Farbkreis (Griffarbe ist der Grad), Tape am Start und Zahlen. Einen Fb-Grad pro Farbe kannst du optional hinterlegen.
  2. Session starten. Halle antippen.
  3. An der Wand tippen. Farbe, dann Versuch oder Top. Zwei Taps pro Boulder. Den letzten Tap kannst du rückgängig machen.
  4. Flash kommt von selbst. Ein Top ohne vorherigen Versuch an diesem Boulder zählt als Flash.
  5. Projekt merken. Einen offenen Boulder kannst du als Projekt behalten und in den nächsten Sessions weiter daran arbeiten.
  6. Umgeschraubt? Leg einen neuen Kreis an. Deine alten Tops bleiben beim alten Kreis.

In den Statistiken siehst du kostenlos die letzten 30 Tage: Tops pro Woche, Flash-Quote, Sessions, Tops und Versuche sowie eine Pyramide pro Halle. Ein Hallenvergleich über Fb-Grade ist Teil von Premium, das man aktuell noch nicht kaufen kann. Auch dann vergleicht Cruxbook nur Hallen, für die du Fb-Grade hinterlegt hast, und rät nie. Deine Daten kannst du jederzeit als CSV exportieren oder löschen.

Was Cruxbook heute nicht kann: Eine Uhren-App gibt es noch nicht. Garmin ist als Nächstes geplant, danach Wear OS und Apple Watch. Bis dahin reicht das Handy in der Tasche oder auf der Bank.

FAQ

Muss ich jeden einzelnen Versuch loggen?

Wenn du Flash-Quote und Projekte auswerten willst, ja. Ohne Versuche weißt du nur, was du geschafft hast, aber nicht, wie leicht es ging. Mit zwei Taps pro Boulder ist der Aufwand klein.

Zählt ein Top im zweiten Versuch noch als Flash?

Nein. Ein Flash ist ein Top im ersten Versuch. Sobald du vorher schon an dem Boulder warst, ist es ein normales Top.

Wie vergleiche ich zwei Hallen mit unterschiedlichen Farben?

Nur über eine gemeinsame Skala, meist den Fb-Grad, den viele Hallen zu ihren Farben angeben. Ohne diese Zuordnung ist jeder Vergleich geraten.

Kann meine Smartwatch das Loggen übernehmen?

Teilweise. Eine Garmin mit Bouldering-Profil speichert Grad und Ergebnis, wenn du sie eingibst. Die Trainings-App der Apple Watch speichert Zeit und Puls, aber keine Boulder. Hallenfarben und Projekte kennt keine der beiden.

Wie oft sollte ich mir die Statistik anschauen?

Einmal pro Woche reicht. Einzelne Sessions schwanken stark, je nach Tagesform und Umschrauben. Der Trend über mehrere Wochen ist das, was zählt.