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Hallenfarben und Grade: was die Farben in der Boulderhalle bedeuten

Die Farben in der Boulderhalle sind nicht einheitlich: Jede Halle legt selbst fest, welche Farbe für welche Schwierigkeit steht, einen allgemeinen Standard gibt es nicht. Ein Blau kann in der einen Halle ein Einstieg sein und in der nächsten schon eine solide Mittelstufe. Wer Farben direkt mit Graden gleichsetzt, liegt deshalb oft daneben.

Die gute Nachricht: Die meisten Hallen folgen einer ähnlichen Logik, und du kannst dir mit zwei Handgriffen eine eigene Übersetzung bauen.

Wie Hallen ihre Boulder markieren

Fast jede Halle nutzt eines von drei Systemen. Welches es ist, siehst du meist am Wandfuß oder am Start des Boulders.

1. Farbkreis: die Griffe verraten den Grad

Alle Griffe eines Boulders haben dieselbe Farbe, und die Farbe steht für die Schwierigkeit. Ein Kreis hat meist sechs oder sieben Stufen, von leicht bis schwer, zum Beispiel von Gelb bis Schwarz. Die Reihenfolge ist von Halle zu Halle verschieden. Das ist das häufigste System und der Grund, warum die Frage "Was bedeutet Rot?" keine feste Antwort hat.

2. Tape am Start: Griffe bunt, Grad am Tape

Hier dürfen die Griffe jede Farbe haben, damit die Routenbauer freier planen können. Die Schwierigkeit steht auf einem Tape-Streifen am Start oder am Top. Du musst also auf das Tape achten, nicht auf die Griffe.

3. Zahlen: Stufen statt Farben

Manche Hallen nummerieren ihre Boulder, zum Beispiel von 1 bis 8. Oft stehen daneben zusätzlich Grade in Font. Das ist die klarste Variante, aber auch hier hat jede Halle ihre eigene Skala.

Warum es keine feste Zuordnung Farbe zu Grad gibt

Es gibt mehrere Gründe, warum du Farben nicht einfach umrechnen kannst:

  • Hallen setzen ihr eigenes Niveau. Eine Halle für Einsteiger zieht ihre Skala weiter unten auf als eine Halle mit vielen starken Kletterern.
  • Ein Farbkreis ist ein Bereich, kein Grad. Hinter einer Farbe stecken oft zwei bis drei Grade, weil der Routenbau nie ganz genau ist.
  • Der Kreis ändert sich. Beim Umschrauben verschieben Hallen manchmal das Niveau einzelner Farben.
  • Die Anzahl der Stufen ist verschieden. Sechs Farben in der einen Halle decken einen anderen Bereich ab als sieben in der anderen.

Deshalb gilt: Die Farbe sagt dir, wie schwer ein Boulder in dieser Halle ist. Für den Vergleich zwischen Hallen brauchst du eine gemeinsame Skala.

Die gemeinsame Skala: Font und V-Grade

Zwei Skalen sind beim Bouldern weit verbreitet:

  • Fontainebleau (Font) stammt aus Frankreich und nutzt Zahlen, Buchstaben von A bis C und ein Plus, etwa 6A, 6B+ oder 7A. In Deutschland wird sie oft als "Fb" abgekürzt.
  • Die V-Skala (Hueco) stammt aus den USA und zählt in ganzen Stufen von VB über V0 bis V17.

Die beiden Skalen passen nicht Stufe für Stufe aufeinander. Font ist feiner, deshalb deckt ein V-Grad manchmal zwei Font-Grade ab. Laut den Vergleichstabellen bei Wikipedia, theCrag und Mountain Project entspricht V3 ungefähr 6A bis 6A+, V5 ungefähr 6C bis 6C+ und V8 ungefähr 7B bis 7B+. Das sind Näherungen, je nach Tabelle und Region liegt ein Grad etwas höher oder tiefer.

Mit dem Grad-Umrechner rechnest du V-Grade und Font-Grade ineinander um, samt Quellen.

So übersetzt du die Farben deiner Halle

Du brauchst keine offizielle Tabelle. Dieses Vorgehen funktioniert in jeder Halle:

  1. Frag nach. Viele Hallen hängen eine Übersicht aus oder nennen auf Nachfrage ungefähre Font-Grade pro Farbe.
  2. Schätze über deine Sends. Wenn du den Grad eines Bouldern von außen kennst, etwa aus einer Kletterdatenbank oder einem Kurs, ordne die Farbe dem nächsten Font-Grad zu.
  3. Arbeite mit Bereichen. Gib einer Farbe lieber zwei Grade als einen, zum Beispiel "6A bis 6B".
  4. Korrigiere nach ein paar Wochen. Wenn ein Blau regelmäßig deutlich leichter oder schwerer ist als erwartet, passe die Zuordnung an.

So bekommst du eine Skala, die zu deiner Halle passt und trotzdem mit anderen Hallen vergleichbar bleibt.

Und der Fortschritt?

Wer nur Farben zählt, sieht Fortschritt schlecht: "Ich klettere jetzt Rot" sagt nichts, sobald du die Halle wechselst oder die Halle umschraubt. Eine Übersetzung in Font oder V macht daraus eine Kurve, die weiter funktioniert.

Genau dafür ist Cruxbook gebaut. Du legst deine Halle mit ihrem System an, entweder als Farbkreis, als Tape oder als Zahlen, und gibst jeder Farbe einen Font-Grad. Danach loggst du an der Wand nur noch die Farbe und tippst Versuch oder Top. Die Statistik läuft auf einer gemeinsamen Skala, auch wenn die Halle nur Farben kennt. Mit der Garmin-App geht das auch direkt von der Uhr. Wie das Loggen insgesamt aussieht, steht in Bouldern loggen: Fortschritt sehen.

FAQ

Was bedeuten die Farben in der Boulderhalle?

Jede Halle legt sie selbst fest. Meist steht jede Farbe für eine Stufe in einem Kreis aus sechs oder sieben Farben, von leicht bis schwer. Eine Zuordnung, die überall gilt, gibt es nicht.

Ist Schwarz immer der schwerste Boulder?

Oft ja, aber nicht immer. Viele Hallen ordnen Schwarz oder eine dunkle Farbe ganz oben ein, manche nutzen aber eine ganz andere Reihenfolge. Schau auf den Aushang der Halle.

Wie rechne ich Hallenfarben in Font-Grade um?

Frag die Halle nach einer Zuordnung oder schätze sie über Boulder, deren Grad du kennst. Arbeite mit Bereichen und korrigiere nach ein paar Wochen.

Wie hängen V-Grade und Font zusammen?

Ungefähr so: V0 entspricht etwa Font 4, V3 etwa 6A, V5 etwa 6C und V8 etwa 7B. Font ist feiner, deshalb deckt ein V-Grad manchmal zwei Font-Grade ab. Die Details findest du im Grad-Umrechner.

Kann ich mit Cruxbook in jeder Halle loggen?

Ja. Du legst die Halle mit ihrem Farbsystem selbst an, als Farbkreis, Tape oder Zahlen.

Quellen